Verproviantierung
Aus dem Kapitänsdorf Keitum
Marinekistenformat

Zitronen und die Seeherrschaft

Bis ins 18. Jahrhundert verlor die Royal Navy mehr Schiffe durch Vitamin-C-Mangel als durch feindliche Angriffe. Vasco da Gama verlor auf einer Reise 100 von 160 Matrosen: Die Geißel der Seefahrt hieß Skorbut, eine Erkrankung, die durch den Mangel an Vitamin C hervorgerufen wird. Wie Affen oder Meerschweinchen ist auch der Homo sapiens von der regelmäßigen Zufuhr der so genannten Ascorbinsäure abängig. Diese ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Sie schützt etwa Körperzellen, indem sie Sauerstoffradikale abfängt und hilft, pflanzliches Eisen bei der Verdauung besser zu verwerten. Erst mit seiner ersten Weltumseglung fand James Cook 1768 einen Ausweg. Das Zahnfleisch seiner Matrosen war nämlich bereits "so faul, dass alles Fleisch bis zu den Wurzeln der Zähne abfiel und diese beinahe alle ausfielen." Bricht der Nachschub an Vitamin C ab, kommt es nach zwei bis drei Monaten unweigerlich zu Blutungen. Haare und Zähne fallen aus, Muskelschwund und Entzündungen der Gelenke setzen ein, Wunden schließen sich nicht mehr, Halluzinationen treten auf. Es folgen Blindheit und schließlich der Tod, häufig genug durch Herzmuskelschwäche. Bis ins 19. Jahrhundert war Skorbut die häufigste Todesursache auf See. Um dem zu entgehen, verordnete der englische Entdecker James Cook seiner Mannschaft nach dem Start zu seiner ersten Weltumseglung am 26. August 1768 ein kulinarisches Experiment. Sauerkraut, eingekochter Zitronen- und Orangensaft sowie Biervorstufen wie Malzextrakt und Stammwürze wurden zum Essen ausgegeben - mit Erfolg! Zitronen revolutionierten die Seefahrt.

Keitumer Kapitänsqualität

Grün oder gelb – die Farbe von Zitronen hat nichts mit deren Reifegrad zu tun und hat keinerlei Einfluss auf ihren Geschmack. Erst, wenn es nachts kalt ist, wird das Chlorophyll in der Schale abgebaut und die Carotinoide kommen mehr zur Geltung – die Zitrusfrucht wird gelb! Im Sommer sind die Nächte noch mild und die Zitrusfrucht bleibt grün. Zugunsten der Naturbelassenheit wird im ökolgischen Landbau auf den Einsatz des Reifehormons Ethylen verzichtet. Die Sylter Zitrone zeichnet sich durch eine besonders milde Qualität aus, da eine zu frühzeitige Ernte nicht in Frage kommt bzw. lange Transportwege entfallen. Der Geschmack ist hier absolut überzeugend. Und daann ist ja die Sache noch mit den Giften: Im herkömmlichen Zitronen-Anbau kommen Pestizide, Wachse und Konservierungsmittel zum Einsatz. Bei einem gemütlichen Weizenbier, Mineralwasser oder Cocktail wird oft vergessen, was in der konventionelle Zitrone (Schale) alles drinen stecken könnte. Die Schale ist oft nicht für den Verzehr geeignet und unter Umständen sogar gesundheitsschädigend. Dies gilt für so genannte "unbehandelte" Zitrusfrüchte. Diese Kennzeichnung bezieht sich nämlich oftmals alleinig auf die Behandlung NACH der Ernte. Sie schließt damit die Verwendung von Pestiziden während des Anbausnicht aus. Für den Verzehr der Schale in sämtlichen Drinks oder Desserts eignet sich die Sylter Zitrone, da wir auf sämtliche Zusatzmittel verzichten. Das ist Keitumer Kapitänsqualität: Wir wollen unsere Leute nicht vergiften mit Billigzitronen.

Leute, alles wird verwendet!

In der Zitronenschale stecken erstaunlich viele Nährstoffe und Vitamine. Zitronensaft ist auch aufgrund der hohen Konzentration an gesunden Stoffen ideal zum Abnehmen und zum Ausgleich des täglichen Vitaminbedarfs geeignet. Das fünf- bis zehnfache Dosis dieser Inhaltsstoffe entspricht dem Gehalt der Zitronenschalen. Zitronen sind auf diese Weise perfekt zum "Detoxing" des Körpers geeignet. Die Konzentration der Inhaltsstoffe wie Pektinen und Flavonoiden ist sehr hoch, was Giftstoffe aus dem Körper spült und Zellen erneuert. Ein wahres Superfood. Die Außenhaut der Zitrone sollte aus diesem Grund immer genutzt werden, um wichtige Inhaltsstoffe nicht einfach so in den Müll zu werfen. Das geht aber nur mit Bio- bzw. Sylter Zitronen. Pestizide und Herbizide werden bei konventionellen Zitronen werden zum größten Teil in der Schale gespeichert und können Deiner Gesundheit schaden. Bio-Zitronen dagegen können unbedenklich genutzt und sogar die gesamte Schale verzehrt werden. Sie ist nicht ungenießbar, ungiftig und lässt sich leicht verdauen. Für die Herstellung von Zitrus-Zesten benötigt man einen sogenannten Zestenreißer, für eine Aromatisierung von Bowlen oder Schmorgerichten schält man die Schale einfach mit einem Sparschäler ab.